© Lucid

PRESSEDOSSIER - DAS MUSEUM PLANTIN-MORETUS FEIERT 150 JAHRE MUSEUM UND 450 JAHRE DRUCKEREI

Das allererste Museum auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO feiert sein 150-jähriges Bestehen. Obwohl es mehr als ein Museum ist. Es ist ein imposantes Haus, in dem neun Generationen derselben Druckerfamilie lebten und arbeiteten: die Mitglieder der Familie Plantin-Moretus. Pioniere des Buchdruckkunst. Ihr Haus und die 450 Jahre alte Druckerei ziehen jedes Jahr mehr als hunderttausend Besucher an. Ab Dezember 2026 können Sie dort die Geschichte realistischer denn je erleben – dank eines neu gestalteten Museumsrundgangs und einer brandneuen interaktiven Besucher-App, durch die der Besuch des Hauses stärker in den Vordergrund rückt. Das Museum Plantin-Moretus feiert dieses neue Kapitel und das doppelte Jubiläum mit einer Housewarming Party für die Öffentlichkeit.

Das Museum Plantin-Moretus

Heute ein Museum, doch im Jahr 1576 war es das Haus am Vrijdagmarkt, in dem Christoffel Plantijn und Jeanne Rivière ihr Familienheim und die Druckerei Officina Plantiniana unterbrachten. Ihnen folgten acht weitere Generationen von Männern und Frauen, deren Buchgeschäft ihnen weltweite Bekanntheit einbrachte. Dank ihrer innovativen Ideen wie der Verwendung hochwertiger Schriftarten (z. B. Garamond), durchdachter Gestaltung, reichhaltiger Illustrationen und eines differenzierten Verlagsfonds. Im Jahr 1876, neun Generationen und dreihundert Jahre später, verkaufte Edouard Moretus die Officina an die Stadt Antwerpen, und die prächtige Druckerei wurde zu einem Museum.

© Lucid

Neue Szenografie

Im Jahr 2026 wird das Museum also 150 Jahre alt. Zeit für ein neues Kapitel. Eine angepasstes Szenografie des Architekten Koen Bovée und des Dramaturgen Gerry De Mol empfängt Sie im Haus und in der Druckerei der Familie Plantin-Moretus. Mit einer Kombination aus einer Besucher-App und sorgfältig ausgewählten Projektionen und Bildschirmen führen die ehemaligen Bewohner Sie durch das Haus. Sie erzählen Ihnen die Geschichten ihrer Familie, ihres Unternehmens und der Bücher. Objekte und persönliche Geschichten sorgen für ein besonders wohnliches Gefühl, und in einigen Bereichen krempelt man selbst die Ärmel hoch.

Was Sie wann tun? Das entscheiden Sie selbst. Mit der personalisierten App bestimmen Sie Ihre eigene Route durch das Museum. Bevorzugen Sie einen klassischen Besuch? Dann gibt es immer noch den Museumsführer und ein aktualisiertes Angebot an Führungen. Im Erdgeschoss führen Plantijns Tochter Martina und sein Enkel Balthasar Sie durch die eleganten Privaträume und die geschäftigen Arbeitsbereiche des Familienunternehmens: von der Druckerei bis zum Korrekturleseraum und vom Schriftzimmer bis zum Buchladen. Das Ergebnis all dieser unermüdlichen Arbeit können Sie im ersten Stock bewundern: Die riesige Sammlung von Büchern, die die Druckerei einst hervorgebracht hat, ist schier überwältigend.

Sie erhalten zudem einen besseren Einblick in das gesellschaftliche, politische und kulturelle Umfeld jener Zeit. Die großen und die kleinen Geschichten, und wie sie heute noch erkennbar sind. Wie funktionierte ein frühneuzeitliches Familienunternehmen? Wie wurde Antwerpen zu einem internationalen Druckzentrum? Wie wirkte sich die Officina Plantiniana auf die zutiefst menschliche Suche nach Sinn aus? Welche Rolle spielten Plantijns Druckwerke für die Art und Weise, wie wir heute über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg miteinander kommunizieren? Was verkaufte Plantijn unter dem Ladentisch, das nicht ans Tageslicht gelangen durfte? Und welche Rolle spielten die Mitglieder der Familie Plantin-Moretus bei der Verbreitung von Wissen in der Welt?

 

© Lucid

Einer der größten Drucker seiner Zeit

 

Labore et Constantia – Arbeit und Beständigkeit – lautete Plantijns Motto. Dank dieser harten Arbeit – und seines ausgeprägten Geschäftssinns – wurde Plantijn zu einem der größten Drucker seiner Zeit. Seine Officina Plantiniana wurde bald zur Lieblingsadresse von Gelehrten, Humanisten und Monarchen. Rubens war ein Jugendfreund von Plantins Enkel Balthasar I. Moretus und malte die Familienporträts. Lobelius, Dodoens und Clusius ließen hier ihre einflussreichen botanischen Werke veröffentlichen. Die Entwicklung der Medizin erhielt durch Plantijns niederländische Ausgabe des Anatomiebuchs des spanischen Arztes Juan Valverde de Amusco einen neuen Impuls. ​ Der erste moderne Weltatlas von Ortelius, die achtbändige Biblia Regia in fünf Sprachen für König Philipp II. von Spanien … die einflussreichsten und historisch bedeutendsten Werke verließen hier die Druckpressen.

Vor allem die Geschichte der ersten drei Generationen wirkt wie ein Prequel zu Successions. Die Plantijns, ihre Kinder und Enkelkinder setzten alles daran, ihr Unternehmen an die Spitze zu führen. Und das ist ihnen auch gelungen – dank mutigem Unternehmertum, klugen Entscheidungen, politischem Geschick und einer ausgeklügelten Heiratspolitik.

Ab dem 19. Jahrhundert wurde es immer schwieriger, das Familienunternehmen über Wasser zu halten. ​ Genau 300 Jahre nach dem Kauf zog der letzte Nachkomme Edouard Moretus die Tür der Druckerei hinter sich zu. Im Jahr 1876 verkaufte er den Standort und seinen gesamten Inhalt an die Stadt Antwerpen. Diese öffnete das Haus und seine Sammlung für alle: das Museum Plantin-Moretus war geboren. Jahrzehntelang zog es Besucher aus aller Welt an, die sich in die Geschichte der Buchdruckkunst und das Leben der berühmten Familie vertiefen wollten. Mit den perfekt erhaltenen Wohnräumen, einer Bibliothek mit Tausenden von Büchern, der authentischen Buchhandlung und der einzigen noch eingerichteten vorindustriellen Druckerei der Welt als greifbare Zeugen.

Neben dem gesamten Familienarchiv zieren mehr als 1250 bedeutende Sammlungsstücke die Liste der flämischen Meisterstücke. Darunter befinden sich Werke von Rubens und Jordaens, außergewöhnliche Karten von Mercator, eine Handschrift von Sedulius aus dem 9. Jahrhundert und die ältesten originalen Druckerpressen der Welt. Der außergewöhnliche kulturelle Wert der Sammlungen und des Standorts wurde 2005 durch die Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes gewürdigt. Als Träger des blauen Schildes genießt das Museum sogar Schutz im Falle eines bewaffneten Konflikts. Nur 29 andere Standorte weltweit haben diesen Status.

 

© Lucid

Geselliger Abend mit Stil

Auch diejenigen, die keine Bücher mögen, erwartet im neu gestalteten Museum Plantin-Moretus ein unvergessliches Erlebnis. Um dieses genau auszuarbeiten, schließt das Museum ab dem 3. August für vier Monate seine Türen. Am 5. und 6. Dezember werden sie mit einem Einweihungsfest in der Atmosphäre des 16. Jahrhunderts wiedereröffnet.


Stadt Antwerpen | Presse & PR

 

 

Teilen

Erhalten Sie Updates in Ihrem Postfach

Mit Klick auf „Abonnieren“ bestätige ich, dass ich die Datenschutzrichtlinie gelesen habe und damit einverstanden bin.

Über Visit Antwerpen

Antwerpen ist eine Stadt mit vielen funkelnden Facetten. Die „Stadt am Strom“ ist ein Welthafen, das internationale
Zentrum der Diamantenindustrie, die Heimat des Barockmalers Peter Paul Rubens und eine weltberühmte ModeMetropole. Dennoch ist sie gesellig, überschaubar und gastfreundlich geblieben. Im Stadtzentrum gibt es viele verborgene, idyllische Fleckchen und die ganze Stadt ist von Parks und Grünanlagen durchwoben. Antwerpen ist auch nicht zuletzt ein Shoppingparadies: Zahlreiche weltweit gepriesene belgische Couturiers und Designer haben hier ihre Flagshipstores. Das kulturelle Antwerpen bietet faszinierende Architektur, herrliche Kunstwerke und eindrucksvolle Monumente. Und auch das leibliche Wohl kommt nicht zu kurz: In den Kneipen werden Hunderte von Biersorten ausgeschenkt und die Restaurants bieten belgische und internationale Küche an. Machen Sie die Probe auf’s Exempel und kommen Sie nach Antwerpen – einer Stadt, die Sie nie vergessen werden!

Kontakt

press@visitantwerpen.be

www.visitantwerpen.be